International Social Work Practice and Education
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Zwischen dem Bildungsgrad und dem Wohlstand besteht ein direkter Zusammenhang. Politiker leugneten das bisweilen in der Vergangenheit und propagierten die gleichen Bildungschancen für alle Bürger ihres Staates. Die PISA-Studien der vergangenen Jahre straften nun die Politiker gnadenlos ab. Speziell in den Regionen mit großem Wohlstand und überdurchschnittlicher Versorgung mit Schulen und Bildungseinrichtungen gab und gibt es enorme Unterschiede zwischen den Staaten, was die Zugänglichkeit zu den Bildungseinrichtungen betrifft. In einigen Staaten ist Bildung tatsächlich eine Aufgabe des Staates und wird für jeden Bürger kostenlos verfügbar gemacht. Das trifft speziell auf skandinavische Staaten zu, die mit der Bildung bereits im frühkindlichen Alter beginnen und bis zum höchsten erreichbaren Abschluss durchgängige Einrichtungen in flächendeckender Anzahl betreiben.

In zahlreichen mitteleuropäischen und südeuropäischen Staaten ist die Situation dagegen anders. Sie stellen eine grundlegend Bildung bis in mittleres Niveau zur Verfügung, überlassen höherwertige Bildung jedoch der Eigeninitiative der Bürger. Finanzielle Unterstützungen, wie etwas subventionierte Schülerfahrkarten, fallen weg. Teilweise werden Schulgelder oder Studiengebühren fällig. Ausbildungsfinanzierung wird über begrenzte staatliche Förderprogramme oder auf Basis von Darlehen organisiert. Kinder aus begüterten Haushalten sind gegenüber einfachen und mittelmäßig verdienenden Haushalten spätestens ab der höheren Bildungsstufe im Vorteil. Die Eltern ärmerer Haushalte können oder wollen häufig die finanzielle Belastung einer mehrjährigen Ausbildung nicht zusätzlich tragen. Oft vertreten Eltern die Meinung, dass ein mittleres Bildungsniveau zur Bestreitung des Lebensunterhaltes ausreichend sei, da sie schließlich selbst auch damit auskommen. Diese fatale Einstellung lässt Talente ungenutzt verkümmern und hemmt den Fortschritt der Gesellschaft auf breiter Front. Nur wenige Kinder aus ärmeren Haushalten schaffen den späteren Aufstieg in hohe Positionen in Verwaltung, Wirtschaft oder Politik. Das Dilemma wurde durch die PISA-Studien über Jahre dargestellt und beginnt die politischen Entscheidungen positiv zu verändern.

Ein Teufelskreis ergibt sich aus dem Einkommen der mittleren und unteren Einkommensschichten. So lange höhere Bildung mit Eigenkapital verbunden ist, werden talentierte Kinder zu wenig gefördert. So werden sie nicht in die Lage versetzt, durch anspruchsvolle Berufe überdurchschnittliche Einkommen zu erzielen. Die eigenen Kinder werden also vor der gleichen finanziellen Hürde zwischen Bildung und Finanzierung stehen. Besonders dramatisch sind die zustände in Entwicklungsländern, wo die Schere zwischen reichen gebildeten und armen ungebildeten Bevölkerungsschichten weit auseinander klafft. In den westlichen Staaten wurde die Abhängigkeit der Finanzausstattung vom Zugang zu Bildungschancen erkannt. Die Studiengebühren werden nach und nach abgeschafft und die Einrichtungen erhalten bessere finanzielle Ausstattungen. Dennoch bleibt vorerst ein großes Handlungsfeld für die Überbrückung der Bildungsjahre bis zum Eintritt in hochwertige Berufe bestehen.

 

Mein persönlicher Linktipp:

sgd.de für mehr Bildung

passende Blogs:

http://liberalesinstitut.wordpress.com/2011/11/20/bildung-und-profit/

http://www.macht-bildung.de/p=1304.html